Die rolle der hyperonym-hyponymischen beziehungen im kategorisierensprozess

Annotation

In the given article the phenomenon of hyperonimia and hyponymy from the point of view of their influence on the categorization process occurring in the human mind is explored. The role of the theory of prototypes in the psychological substantiation of the process of categorization is considered.

Im alltaeglichen Leben beschaeftigen wir uns Staendig mit dem Kategorisieren, ohne das zu bemerken und zu begreifen. Dem Kategorisieren zugrunde Iiegen unsere Vorstellungen sowohl ueber die Gegenstaende der Ausserwelt als auch ueber die Erscheinungen der Innenwelt. Bis dahin wurde diesem Prozess eine Menge von Abhandlungen gewidmet, in denen er von Verschiedenen Seiten betrachtet ist.

Das Buch „Women, Fire and Dangerous Things“ von George Lakoff gehoert unter ihnen zu den Interessantesten und bedeutendsten Werken, die si ch mit diesem Problem befassen. Der Autor untersucht die Ursachen und Gruende der Entstehung von dieser Erscheinung und bietet seine eigenen Hypothesen dazu an.

Seiner Meinung nach ist dieser Prozess als national- bzw. kulturspezifische Erscheinung zu betrachten. In seinem Buch sind viele Beispiele aus Verschiedenen Sprachen, einschliesslich der Sogenannten exotischen Sprachen, angefuehrt, die seinen Gedanken beweisen koennten. In einer der zahlreichen Sprachen von Indianern aus Papua-Neuguinea bilden z.B. die Frauen, Feuer und gefaehrliche Sachen eine Kategorie,

die eine gemeinsame Benennung hat. Dieses Beispiel gab den Namen dem zu betrachtenden Werk.

George Lakoff zahlt die Kategorie zu den Grundbegriffen der Wissenschaftlichen Kenntnisse, der auf die Wissenschaft im allgemeinen zurueckgeht. Ein Gegenstand kann entweder zu der Kategorie gehoeren oder nicht gehoeren. Ausserdem koennen die Beziehungen in einer Kategorie Verschiedenerweise aufgeteilt werden, d.h. einige Gegenstaende koennen sich hoeher oder niedriger befmden.

In der Mitte der siebziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts hat die amerikanische Wissenschaftlerin Eleonora Rosch die Aufmerksamkeit der Psychologen und Sprachforscher auf das Problem der Beziehungen zwischen den Gegenstaenden einer Kategorie gezogen. Sie behauptete, es gebe eine Struktur innerhalb einer Kategorie, die diese Beziehungen bestimmt. Ihrer Meinung nach haben die Mitglieder derselben Kategorie keine gleichen Rechte, sondern bilden eine bestimmte Hierarchie.

Eleonora Rosch hat den Begriff ,,Prototypcc eingefuehrt, d.h. solches Mitglied der Kategorie, das die Eigenschaften und Besonderheiten verkoerpert, die fuer gegebene Kategorie Charakteristiseh sind. Fast alle Voegel koennen fliegen, deshalb sind Strauss und Pinguin nicht typisch fuer diese Kategorie.

Andererseits entstehen Verschiedene Gestalten im Bewusstsein der Menschen aus Verschiedenen Laendem bzw. Kulturen, wenn sie dieselbe Kategorie der Gegenstaende hoeren, weil solche Gestalten mit der Mentalitaet, mit den Vorstellungen ueber die Umwelt der Menschen aus Verschiedenen Kulturbereichen eng verbunden sind.

Prototyp ist Solcherweise auch ein stark kulturspezifischer Begriff Die britischen Leute stellen sich z.B. ein Rotkehlchen vor, wenn sie ueber einen Vogel hoeren, fuer die russische Kultur bedeutet ein Vogel vor allem einen Spatz. Die anderen Vertreter der gegebenen Kategorie befmden sich am deren Rande.

Es wurde und wird darueber viel gestritten, ob solche Hypothese zur Existenz befugt ist, weil viele Forscher dafuer auftraten, dass die Mitglieder einer Kategorie gleiche Rechte haben, wenn sie zu dieser Kategorie gehoeren und die Eigenschaften und Besonderheiten haben, die fuer diese Kategorie Charakteristiseh sind, und die Vorstellungen der Menschen von einzelnen Kulturen den Kategorisierensprozess auf keinen Fall beeinflussen.

Eine wichtige Rolle beim Kategorisieren und bei der Feststellung von hoeheren und niedrigeren Mitgliedern einer Kategorie spielen die hyperonym-hyponymischen Beziehungen zwischen den Erscheinungen und Gegenstaenden einer Kategorie. Dabei muss erwaehnt werden, dass solche Beziehungen von zwei Arten sein koennen.

Zur ersten Art der Beziehungen gehoeren die Sogenannten Teilbeziehungen, d.h. als Hyperonym wird der Oberbegriff bezeichnet, der die Teile des Ganzen, d.h. Hyponyme, einschliesst. Die Wurzel, der Stengel, das Blatt, die Bluete sind z.B. Hyponyme fuer den Hyperonym die Blume', die Tuer, das Fenster, die Wand, die Moebel - fuer das Zimmer usw.

Die zweite Art der Beziehungen nennt man auch die Inklusionsbeziehungen, d.h. wenn der Oberbegriff den Namen einer Kategorie bezeichnet und die Mitglieder oder die Vertreter dieser Kategorie die Hyponyme bilden, die zu dieser Kategorie gehoeren. Ein Hyperonym fuer folgende Hyponyme die Eiche, die Birke, der Ahorn, die Pappel ist das Wort der Baunr, Hase, Nerz, Zobel, Fuchs gehoeren zum Oberbegriff Pelzwaren.

Die Inklusionsbeziehungen Iassen uns eher die Hierarchie im Kategorisierenssystem bestimmen, da wir dank ihnen die grundlegenden Kategorien ausgliedem koennen. Zu solchen Kategorien werden nach George Lakoff nicht die kleinsten, Unteilbaren Mitglieder einer Kategorie gezaehlt, sondern die mittlere Schicht der Hierarchie. Wenn wir z.B. das System Tier - Hund - Schaeferhund betrachten, gehoert der Hund zu den grundlegenden Kategorien in dieser Struktur.

Die grundlegenden Kategorien sind relativ unabhaengig von der Kultur und koennen in gewissem Masse zu den universalen Kategorien gezaehlt werden. Sie Iassen sich dann in kleinere Abarten einteilen, unter denen die Prototypen entstehen, die kulturspezifisch sind. Die Menschen haben auf solche Weise die universalen Begriffe und Kategorien, deren Darstellung aber in Verschiedenen Kulturen aeusserst eigenartig ist, sogar wenn es dieselben Mitglieder in jeder Kategorie gibt.

Die Untersuchung der Ursachen von solchen Abhaengigkeiten bleibt immer wieder von grossem Interesse fuer die Psychologen und Psycholinguisten. Es wurden und werden zahlreiche Hypothesen Vorgeschlagen, die oft Subjektive Ansicht des Vertreters einer Kultur widerspiegeln.

Unserer Meinung nach besteht die Ursache solcher Kategorisierensprozesse nicht nur in kulturellen Bedingungen, sondern auch in individuellen Faktoren, wie z.B. die Ausbildung, Alter, Religion, Geschlecht des Menschen und viele andere, denn davon haengt ab, welche Konzepte in seinem Kopf gebildet werden und auf welche Weise sie geformt werden. Sogar bei der Bestimmung der hyperonym-hyponymischen Beziehungen spielt das allgemeine Kenntnisniveau eine entscheidende Rolle.

 

Literaturverzeichnis:

  1. Lakoff G.Women, Fire and Dangerous Things. Chicago, 2003.
  2. Rosch E.Prototypes theory. New-York, 2012.
  3. Фрумкина Л.В.: Психолингвистика. Москва, 2014.
  4. SsolodilowaN.A.: Lexikologie der deutschen Gegenwartssprache. Orenbmg 2013.
Year: 2017
Category: Philology